Immobilienmarkt Schweiz im Wandel – Preise, Investoren, Perspektiven

Verkaufen

Immobilienmarkt Schweiz im Wandel – Preise, Investoren, Perspektiven

PartNET AG · 9.5.2026

Immobilienmarkt Schweiz im Wandel – Preise, Investoren, Perspektiven

Der Schweizer Immobilienmarkt gilt seit Jahrzehnten als einer der stabilsten weltweit. Doch Stabilität bedeutet nicht Stillstand. Wer heute kauft, verkauft oder investiert, begegnet einem Markt im Wandel – mit neuen Preisrealitäten, veränderten Investorenstrategien und strukturellen Verschiebungen, die sich 2026 weiter akzentuieren.

Was die Preise heute treiben

Die Schweizerische Nationalbank hat die Zinsen auf 0.25% gesenkt – und damit die Nachfrage nach Wohneigentum neu befeuert. Hypothekarzinsen sind wieder attraktiver, die Kaufbereitschaft steigt. Doch das allein erklärt den Markt nicht. Entscheidend ist die strukturelle Angebotsknappheit: zu wenig Neubau, zu hohe Baukosten, zu langer Planungshorizont. Solange sich daran nichts ändert, bleibt der Aufwärtsdruck auf die Preise bestehen – vor allem in den Agglomerationszentren Zürich, Genf und Basel.

Gleichzeitig tritt eine stärkere Differenzierung ein: nach Lage, Qualität, Energiestandard und Nutzungsflexibilität. Objekte in B-Lagen mit veraltetem Energiestandard und ohne Sanierungsplan geraten unter Druck. Käufer und Finanzierer rechnen die künftigen Sanierungskosten heute konsequent ein – das wirkt sich direkt auf die Bewertung aus.

Die Zuwanderung von Fachkräften in die Metropolitanräume hält an. Der Mietwohnungsmarkt bleibt angespannt, die Leerstandsquoten historisch tief. Das stützt die Preise – vor allem im Mietwohnungssegment.

Institutionelle Investoren: selektiver, aber aktiv

Pensionskassen und Versicherungen sind nach wie vor die grössten Immobilieninvestoren der Schweiz. Doch ihre Strategie hat sich verschoben. Das einfache Sammeln von Core-Objekten in Toplagen weicht einer differenzierteren Betrachtung: Energieeffizienz, ESG-Konformität und die Finanzierbarkeit künftiger Sanierungsmassnahmen sind heute feste Bestandteile jeder Investitionsprüfung.

Gleichzeitig wächst das Interesse an Value-Add-Strategien: Nachverdichtungen, Umnutzungen von Büroflächen, energetische Sanierungen mit kalkulierbarem Wertsteigerungspotenzial. Wer heute ein Objekt an institutionelle Käufer verkaufen möchte, tut gut daran, diese Kriterien bereits im Vorfeld zu erfüllen – oder zumindest einen glaubwürdigen Plan vorzulegen.

Ausländische Investoren bleiben durch den Lex Koller eingeschränkt. Das Interesse – insbesondere aus dem Nahen Osten, aus Asien und Nordamerika – ist jedoch ungebrochen. Indirekte Zugänge über kotierte Immobilienfonds und Anlagestiftungen werden weiter genutzt.

Strukturwandel bei Gewerbe- und Büroflächen

Der Büromarkt hat sich seit der Pandemie strukturell verändert. Der Homeoffice-Anteil ist dauerhaft höher als vor 2020 – das reduziert den Flächenbedarf pro Kopf, verändert aber auch die Anforderungen an die Fläche selbst. Gefragt sind heute flexible, gut erschlossene Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität. Klassische Grossraumbüros in Randlagen ohne Ausstrahlung kämpfen mit Leerständen.

Im Gegenzug profitieren Nutzungsarten, die von der Digitalisierung und den verkürzten Lieferketten angetrieben werden: Logistik- und Last-Mile-Flächen sind stark nachgefragt, Rechenzentren gelten bei institutionellen Investoren als neues Core-Segment mit stabilen, langfristigen Cashflows.

Für Eigentümer von gemischten oder gewerblichen Liegenschaften bedeutet das: Die Nutzungsstrategie ist heute mindestens so wichtig wie die Lage. Wer Flächen vermietet, die sich in zehn Jahren nicht mehr zeitgemäss nutzen lassen, hat ein Bewertungsproblem – unabhängig davon, wie attraktiv die Adresse ist.

Regulatorischer Druck als Werttreiber – oder Wertrisiko

Die MuKEn, steigende CO₂-Abgaben – 2026 bei CHF 135 pro Tonne – und verschärfte Anforderungen an Heizungsersatz verändern die Kosten-Nutzen-Rechnung für Gebäudeeigentümer. Wer eine Liegenschaft mit fossiler Heizung und schlechtem Energieausweis hält, wird mit steigenden Betriebskosten, erschwerten Finanzierungen und sinkender Attraktivität für ESG-konforme Mieter konfrontiert.

Das ist kein Zukunftsszenario mehr – es passiert bereits. Banken berücksichtigen den Energiestandard bei der Hypothekenvergabe. Institutionelle Käufer gewichten den GEAK stärker als früher. Und grosse Unternehmensmieter wählen Flächen nach dem Gebäudestandard aus, weil sie selbst Net-Zero-Commitments einhalten müssen.

Der regulatorische Druck ist also nicht nur eine Kostenfrage – er ist ein Marktstrukturthema. Eigentümer, die heute in energetische Qualität investieren, sichern sich morgen breiteren Zugang zu Käufern, Mietern und Kapital.

Was das für Eigentümer im Kanton Zürich bedeutet

Der Kanton Zürich ist der tiefste und liquideste Immobilienmarkt der Schweiz. Das bietet Chancen – aber auch wenig Spielraum für Fehler bei Bewertung, Positionierung und Transaktionsstrategie. Wer heute verkaufen oder refinanzieren möchte, sollte drei Fragen klären: Entspricht die energetische Qualität meiner Liegenschaft den Anforderungen, die institutionelle Käufer und Banken heute stellen? Ist die Nutzungsstrategie zukunftsfähig – oder hängt der Wert an einer Nutzungsart, die unter Druck gerät? Und sind meine Mietverträge so gestaltet, dass ich handlungsfähig bleibe, wenn Sanierungsbedarf entsteht oder sich Nutzeranforderungen ändern?

Diese Fragen haben keine generischen Antworten. Sie hängen vom Objekt, von der Lage und von den Zielen des Eigentümers ab.

Sie möchten den Wert Ihrer Liegenschaft einordnen? Auf unserer Seite zur Immobilienbewertung finden Sie Informationen zum weiteren Vorgehen.

Zur Immobilienbewertung
Zur Blogübersicht
PartNET AG
Fracht West 1
8058 Zürich-Flughafen
Mitglied von:
SVIT Zürich
HEV Zürich
Comparis